Exkursion der Bürgermeister im Rahmen des LEADER-Projekts „Vorstudie Geopark Thayaland“ | 19. September 2026
Welche geologischen Besonderheiten gibt es im Thayaland? Wo finden sich interessante Gesteine, Mineralien oder geologische Aufschlüsse – und welches Potenzial steckt darin für die Region? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das LEADER-Projekt „Vorstudie Geopark Thayaland“. Ziel ist es, einen Überblick über die geologischen Vorkommen und Besonderheiten im Thayaland zu gewinnen und mögliche Anknüpfungspunkte für eine weitere Entwicklung zu identifizieren. Im Rahmen einer Bürgermeisterexkursion wurden zwei dieser besonderen Orte näher betrachtet: der historische Ziegelofen in Thures und die Steinesammlung im Naturparkzentrum Dobersberg.
Historischer Ziegelofen in Thures
Die erste Station führte nach Thures, rund 700 Meter östlich des Ortes. Dort befinden sich ein historischer Ziegelofen mit Zieglerhaus, ein Brunnenschacht und die Reste der ehemaligen Lehmgrube. Der Rohstoff für die Ziegel war Verwitterungslehm über Gföhl-Gneis. Die Gewinnung des Lehms war aufgrund der örtlichen Gegebenheiten aufwendig. Das Material musste abgebaut, aufbereitet und für die Ziegelproduktion entsprechend vorbereitet werden. Trotz dieser schwierigen Bedingungen wurde hier über mehrere Jahrzehnte Ziegel produziert. Bei einem Brennvorgang konnten im Ziegelofen schätzungsweise 8.000 bis 12.000 Ziegel gebrannt werden. Produziert wurden vor allem Dach- und Mauerziegel. Die Ziegelei wurde ab 1923 von Konrad Fischer betrieben, später führte Ernst Fischer den Betrieb weiter. Die erhaltenen Ziegel mit ihren unterschiedlichen Ziegelzeichen geben heute noch Einblick in die regionale Geschichte und die frühere Nutzung der vorhandenen Rohstoffe. „Ich fahre regelmäßig nur rund 150 Meter am Ziegelofen vorbei – und hatte keine Ahnung, was sich hier, versteckt im Wald, so ein Stück Geschichte befindet.“ Die Aussage eines Bürgermeisters während der Exkursion bringt auf den Punkt, worum es bei der Vorstudie „Geopark Thayaland“ geht: Viele geologische und historische Besonderheiten liegen direkt vor unserer Haustür – man muss sie nur kennen und sichtbar machen. Der Ziegelofen zeigt damit anschaulich, wie eng Geologie, Handwerk und regionale Wirtschaft miteinander verbunden waren: Ein geologisches Vorkommen wurde genutzt und prägte damit ein Stück Wirtschafts- und Siedlungsgeschichte der Region.
Geologie im Naturpark Dobersberg
Die zweite Station war das Naturparkzentrum Dobersberg. Im naturkundlichen Museum gibt es einen eigenen Bereich zu den erdwissenschaftlichen Besonderheiten der Region. Neben Informationen zur Geologie des Waldviertels und dem Granit als einem der prägenden Gesteine werden unter anderem der Dendritenopal sowie verschiedene Minerale aus der Region vorgestellt. Auch eine kleine Ziegelsammlung ist Teil der Ausstellung. Die beiden Stationen zeigen beispielhaft, wie vielfältig die geologischen Besonderheiten des Thayalandes sind – und dass sich hinter Gesteinen, Mineralien und Rohstoffen nicht nur naturwissenschaftlich Interessantes, sondern auch viel regionale Geschichte verbirgt. Die Vorstudie „Geopark Thayaland“ soll dazu beitragen, diese Besonderheiten sichtbar zu machen und einen Überblick darüber zu schaffen, welche geologischen Schätze in der Region noch darauf warten, entdeckt zu werden.
Bild 1: Geologe Andreas Thienschmidt

Bild 2: Exkursionsgruppe in Thures

Bild 3: Historischer Ziegelofen in Thures

Bild 4: Geologe Andreas Thienschmidt zeigt die Besonderheiten des Dobersbergeropals.

